Afghanistan: Der hohe Blutzoll der Bevölkerung


„Amerika versteht nur die Sprache der Gewalt“ – Al-Qaida-Chef Sawahiri bei seinen kürzlichen Äußerungen zu 9/11. Propagandabild

Ein Angriff von US-amerikanischen und afghanischen Spezialeinheiten auf eine Hochzeitsfeier wird von der afghanischen Regierung mit der Zusammenarbeit zwischen Taliban und al-Qaida begründet

Thomas Pany | TELEPOLIS

Wie geht es in Afghanistan weiter? Wie Donald Trump kürzlich bekräftigte, sind die Verhandlungen zwischen den Talibanvertreter und den US-Unterhändlern aus seiner Sicht erstmal gestorben,“dead“. Das US-Veteranenmagazin Task and Purpose beschwert sich über die Stille der US-Administration zum Geschehen im Land: „Es wäre sicher gut zu wissen, was zum Teufel los ist in Afghanistan.“

Mindestens 40 zivile Tote

Jüngste Meldungen bestätigen, was nach dem überraschend plötzlichen Abbruch der Verhandlungen seitens des US-Präsidenten befürchtet wurde: Dass die kriegerischen Auseinandersetzungen zunehmen und die Zivilbevölkerung einen hohen Preis dafür bezahlt. Ein Angriff (englisch „raid“) in der Nacht des vergangenen Sonntags in der Provinz Helmand hat nach Auskunft eines Augenzeugen und zweier afghanischer Regierungsangestellter mindestens 40 Zivilisten das Leben gekostet, wie Reueters berichtet. Laut Informationen der Nachrichtenagentur waren sie Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft.

Die afghanische Nachrichtenseite Tolo-News berichtet, ebenfalls auf Augenzeugen gestützt, von mindestens 14 Zivilisten, die auf der Fahrt nachhause von einer „Vorbereitungsfest“ auf eine Hochzeit getötet wurden. Aus beiden Berichten geht hervor, dass Frauen und eine größere Anzahl von Kindern unter den Opfern sind. Das wurde laut Tolo-News auch von offizieller Stelle der Provinzverwaltung in Helmand bestätigt, wobei man dort von Zivilisten spricht, die als „Passanten“ während der Nachtoperation bezeichnet werden.

„Gezielte Präzisionsangriffe“

Der genaue Verlauf ist, wie man schon an diesen Informationsfragmenten erkennen kann, ziemlich unklar bis auf die Tatsache, dass die Angreifer afghanische Spezialeinheiten waren, die sowohl am Boden sowie auch aus der Luft von der US-Armee unterstützt wurden. CBS zitiert aus einem Statement des US-Kommandos in Afghanistan, wonach es „gezielte Präzisionsangriffe“ waren.

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