Frankreichs Laizitätsprinzip: Anlaufstelle für religiöse Störfälle


Das Gesetz zur Laizität an Schulen hat Proteste hervorgerufen, hier demonstriert eine Muslimin gegen das Kopftuchverbot. (Picture Alliance / Remi Ochlik)

In Frankreich gilt die strikte Trennung von Religion und Staat. Aber was tun, wenn Schülerinnen aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht abgemeldet werden oder Eltern die Lektüre von Harry Potter im Unterricht als teuflisch ablehnen? Ein Einsatzteam hilft Lehrerinnen und Lehrern.

Suzanne Krause | Deutschlandfunk

Ausgerechnet die Lektüre eines weltweiten Kinderbuch-Klassikers sorgt in französischen Klassenzimmern immer wieder für Verstöße gegen das Laizitäts-Prinzip. Wenn die Geschichten rund um den englischen Zauberlehrling Harry Potter auf dem Unterrichtsplan stehen, geht manche Familie auf die Barrikaden, sagt Anne-Françoise Pasquier, Laizitäts-Delegierte am Schulamt von Versailles.

„Harry-Potter-Romane gelten manchen Familien als teuflische Literatur, die ihre Kinder zur Hexerei verführen könnte. Wenn die Eltern verweigern, dass ihre Kinder das im Unterricht lesen dürfen, versuchen wir, mit Mutter und Vater in engen Dialog zu treten. Die Kinder sollen ja nicht in einen Loyalitätskonflikt zwischen zuhause und der Schule geraten. Das braucht jedes Mal viel Fingerspitzengefühl, es gibt keine allgemeingültige Antwort.“

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