Verfluchter Götterbaum!


Götterbäume (im Vordergrund) im Berliner Park am Gleisdreieck Quelle: ZB

Er gilt als „Zukunftsbaum“, denn er trotzt dem Klimawandel. Laut EU gehört der Götterbaum aber auf die Liste invasiver Arten: Er gefährdet nicht nur das hübsche Straßenbild, sondern auch die Gesundheit von Mensch und Tier.

Annett Stein | WELT

Wo ein Götterbaum Wurzeln schlägt, ist er kaum mehr auszumerzen. Dem Gast aus Asien scheint es ausgezeichnet zu gefallen in Deutschland. In Städten wie Berlin und Dresden wuchert die Art vielerorts üppig – auf Brachflächen und in Parks ebenso wie an Straßenrändern und neben Wasserläufen. Ein gefällter Baum treibe erst recht neu aus, erklärt Sandra Skowronek vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn. „Es ist schnell zu spät, ihn wieder loszuwerden.“

Sichtbar wird das gerade jetzt nach dem zweiten Hitzesommer in Folge: In Anlagen wie dem Berliner Gleisdreieck- und Flaschenhalspark lässt so mancher Baum die Blätter hängen oder trägt schon im August verfärbtes, von Schimmelpilzen befallenes Laub. Direkt daneben: frisches Grün an langen Wedeln, ausladende Kronen selbst dort, wo vor einigen Monaten noch gar nichts wuchs. „Trockenheit macht dem Götterbaum nichts aus“, erklärt der Pflanzenökologe Ingo Kowarik von der Technischen Universität Berlin. „Er ist ein Zukunftsbaum mit Blick auf den Klimawandel.“ Bis zu vier Meter wachse ein Götterbaum jährlich. Damit schieße das Gehölz so rasant in die Höhe wie wohl kein anderer Baum in Europa.

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