Schon in der Bronzezeit wurden Babys mit Flaschen gefüttert


Eine Sammlung von Babyflaschen aus der späten Bronzezeit, gefunden in Wien, Oberleis, Vösendorf und Franzhausen-Kokoron (v. l. n. r.). Sie sind zwischen etwa 3200 und 2800 Jahren alt. (Bild: Katharina Rebay-Salisbury (OREA))

Auch vor 3000 Jahren waren Mütter manchmal von ihren Babys getrennt. Die Kleinen wurden dann mit Tiermilch ernährt.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Es sind kleine, oft rundliche Tongefässe, die winzigen Teekannen mit einer dünnen Tülle und einer etwas grösseren Einfüllöffnung ähneln. Manche der Gefässe sind auch Tieren nachempfunden, berühmt ist beispielsweise ein kleines Schwein. Man kennt Hunderte dieser kleinen Gefässe aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit. Die meisten sind sogenannte Streufunde, die sich keinem speziellen Kontext zuordnen lassen. Selten finden sie sich aber auch in den Gräbern kleiner Kinder. Das lässt spekulieren: Handelt es sich um prähistorische Babyflaschen oder Schnabeltassen?

Das vermuten die Archäologen zumindest bei jenen Funden, die aus den Gräbern stammen, schon lange. Was die Kinder allerdings daraus tranken, war unklar. Antike Quellen sprechen laut Katharina Rebay-Salisbury vom Orea-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beispielsweise davon, dass kleine Kinder mit Wasser mit Honig gefüttert worden seien. Nun hat sie zusammen mit Julie Dunne von der University of Bristol und Kolleginnen Proben von den Innenwänden dreier solcher Gefässe analysiert, um herauszufinden, was sich einst in ihnen befand.

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