Teebeutel geben grosse Mengen Mikroplastik ab


Sogenannte Pyramidenbeutel für Tee können aus Nylon bestehen – eine Quelle von Mikroplastik. (Bild: Imago)

Betroffen sind Pyramidenbeutel aus Nylon – die auch für besonders hochwertige Tees verwendet werden.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Man könnte diesen Text mit dem Satz beginnen: «Mikroplastik ist in aller Munde.» Das Schlimme daran wäre: Der Satz ist nicht besonders originell. Und das noch Schlimmere ist: Er ist wahr. Mikroplastik, also Plastikteilchen in einer Grösse von unter 5 Millimetern, finden sich nicht nur in Kosmetika, sondern auch in Flaschenwasser, in Salz, Honig und anderen Nahrungsmitteln – und damit auch in unseren Mündern, von wo sie in unsere Mägen wandern und teilweise wieder ausgeschieden werden, aber teilweise eben auch nicht. Und noch weiss niemand, was mit den Plastikteilchen passiert, die in unseren Körpern verbleiben.

Besonders appetitlich dürften es aber die wenigsten finden, Plastik zu essen – und das Perfide ist, es lauert beinah überall, auch dort, wo man es weniger vermutet. Eine neue Studie in der Zeitschrift «Environmental Science and Technology» zeigt jetzt: Teebeutel aus Kunststoff geben offenbar riesige Mengen von Plastikfasern im Mikro- (100 Nanometer bis 5 Millimeter) und Nanobereich (kleiner als 100 Nanometer) ab – viel mehr als das, was in Salz oder Flaschenwasser nachgewiesen wurde. Das heisse Wasser, mit dem der Tee aufgegossen wird, verstärkt den Effekt offenbar sehr.

weiterlesen