Theologe und Biologe Hagencord: Kirche fremdelt mit Umweltschutz


Foto: Markus Nolte

Mehr kirchliches Engagement bei der Umsetzung der Umweltenzyklika „Laudato si“ fordert der Münsteraner Theologe Rainer Hagencord. Das Dokument liefere dafür „eine sehr gute Grundlage“, sagte Hagencord in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Während die Enzyklika in der Gesellschaft „wahrgenommen und geschätzt“ werde, fühle sich die Amtskirche „fremd mit dem Thema“. Hagencord ist Biologe, Theologe und Priester. Vor zehn Jahren gründete er das „Institut für Theologische Zoologie“ in Münster.

Kirche+Leben

Die Ökologie und die ökologische Katastrophe würden in der Theologie nur „unter ferner liefen verhandelt“, beklagte Hagencord. Dabei habe der Papst mit seinem Schreiben zu einem „fundamentalen Paradigmenwechsel“ aufgerufen, der die gesamte Theologie in eine andere Richtung lenken würde. Diese Botschaft sei weder in der Schultheologie noch in den Gemeinden vor Ort oder in der Bischofskonferenz angekommen.

Hagencord: Gott liebt nicht nur Menschen

Einen Grund für die kirchliche Zurückhaltung beim Thema Tierschutz sieht Hagencord im Festhalten an einer anthropozentrischen Theologie. „Wir reden von einem Gott, der ausschließlich den Menschen liebt, ihn mit einer unsterblichen Seele ausgestattet und in den Himmel kommen lässt.“ Diese Theologie ist für Hagencord „hoch fragwürdig, letztlich sogar wissenschaftsfeindlich und blasphemisch“.

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