«Massiver Eingriff in jüdische Lebensweise»


In der Schweiz wird auf aufgrund des Schächtverbots koscheres Fleisch importiert – die Forderung einer neuen Deklarationspflicht wie auch ein mögliches Importverbot lösen nun erneut eine Debatte aus.

tachles.ch

Das drohende Importverbot für koscheres Fleisch ist ein Thema, das nicht nur praktizierende Juden in der Schweiz in regelmässigen Abständen in Unruhe versetzt: Bereits 2017 wollte Matthias Aebischer (SP) Stopfleber und andere Produkte aus tierquälerischer Haltung in der Schweiz verbieten, sein Vorstoss aber wurde vom Ständerat abgelehnt. Im Dezember 2018 wurde eine neue Motion von Barbara Keller-Inhelder (SVP) im Nationalrat unter dem Titel «Produkte aus tierquälerischer Erzeugung. Gleichbehandlung von einheimischen und ausländischen Produzenten» eingereicht. Darin forderte sie den Bundesrat auf, die Einfuhr von tierischen Erzeugnissen neu zu regeln und Einfuhrverbote für tierische Erzeugnisse festzulegen, deren Herstellung in der Schweiz unter Strafandrohung verboten ist. Es heisst weiter: «Tierquälerische Produktionsformen im Ausland sollen nicht gefördert werden. Tierschutz hat in der Schweiz eine lange Tradition und geniesst in der Gesellschaft eine hohe Stellung.» Der Bundesrat hat im Februar 2019 Stellung bezogen. Darin heisst es unter anderem, er sei der Ansicht, dass Importverbote nicht der richtige Weg seien, um den Tierschutz weltweit zu verbessern. Zielführender erscheine ihm vielmehr, dass sich die Schweiz weiterhin in den relevanten internationalen Gremien für den Tierschutz einsetze. Es heisst: «Ein unilaterales Importverbot kann zudem zur Folge haben, dass der Handel in andere Länder umgeleitet wird.» Der Bundesrat hat daher die Ablehnung der Motion beantragt.

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