Das Sisi-Regime kontert die neuen Proteste mit einer Verhaftungswelle


Demonstranten skandieren am vergangenen Freitag regimekritische Slogans in Kairo. (Bild: Amr Abdallah Dalsh / Reuters)

Nach den heftigen Protesten vor einer Woche will die ägyptische Opposition an diesem Freitag noch mehr Menschen auf die Strasse bringen. Um dies zu verhindern, liess das Regime rund 2000 Personen verhaften.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Am vergangenen Freitag forderten Demonstranten in zahlreichen ägyptischen Städten den Sturz von Präsident Abdelfatah al-Sisi. Die Zahl der Teilnehmer betrug vermutlich nur ein paar tausend. Doch angesichts der harten Repression muss jedes noch so kleine Anzeichen der Furchtlosigkeit für das Regime ein Alarmsignal sein.

Dementsprechend reagierte es in den vergangenen Tagen mit einer massiven Verhaftungswelle. Gemäss der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sollen insgesamt rund 2000 Personen festgenommen worden sein. Eine enorme Zahl, befinden sich doch viele Oppositionelle bereits im Gefängnis oder im Exil.

Zufällige Kontrollen und Verhaftungen

Unter den Inhaftierten befinden sich bekannte Regimekritiker wie der Journalist und Politiker Khaled Dawud oder der Politologieprofessor Hassan Nafaa. Auch Menschenrechtler und Anwälte wurden verhaftet, welche sich für die bereits unter Arrest stehenden Demonstranten einsetzen wollten.

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