Die Gefahr eines grösseren Erdbebens vor den Toren Istanbuls ist nicht gebannt


Das Erdbeben vom Donnerstag hat die Spitze eines Minaretts abbrechen lassen. (Bild: Ibrahim / DHA via AP)

Dem Erdbeben der Magnitude 5,7 vom Donnerstag gingen mehrere kleinere Beben voraus. Unklar ist bis jetzt, ob die Sequenz damit beendet ist oder ob sie sich fortsetzen könnte.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Das Erdbeben der Stärke 5,7, das am Donnerstag die Marmararegion vor Istanbul erschüttert hat, weckt Befürchtungen. Die Bewohner der Millionenmetropole fragen sich besorgt, ob das Ereignis der Vorbote eines sehr viel grösseren Bebens mit vielen Todesopfern sein könnte. Tatsächlich befindet sich Istanbul an exponierter Lage. Vor den Toren der Stadt verläuft die Grenze zwischen zwei tektonischen Platten, die sich gegeneinander verschieben. Dadurch bauen sich Spannungen in der Erdkruste auf, die sich jederzeit entladen können.

Entlang der 1200 Kilometer langen Verwerfungszone hat es seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Erdbeben mit Magnituden stärker als 7 gegeben. Aber ausgerechnet im Bereich des südlich von Istanbul gelegenen Marmarameeres hat die Erde seit mehr als 250 Jahren nicht mehr heftig gebebt. Die tektonischen Spannungen, die Forscher dort erst kürzlich gemessen haben, würden im Prinzip für ein Erdbeben der Magnitude 7,1 bis 7,4 genügen.

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