Rd. 620.000 € Missbrauchsentschädigung in Australien möglich


Schatten eines Kreuzes
© Harald Oppitz (KNA)

Die Einigung der katholischen Kirche mit einem Missbrauchsopfer über eine mutmaßlich hohe Entschädigung setzt in Australien einen Präzedenzfall für weitere Klagen. Diese könne umgerechnet knapp 620.000 Euro betragen.

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Kläger im aktuellen Fall ist ein nur unter einem Kürzel bekannter Mann, der im Alter von neun Jahren von einem Priester des Bistums Ballarat vergewaltigt wurde. Die Opferanwältin Judy Courtin bestätigte ABC, dass es vor dem höchsten Gericht des Bundesstaates Victoria zu einer Einigung zwischen der Kirche und ihrem Mandanten gekommen sei. Über die genaue Höhe der Entschädigungssumme machte die Juristin keine Angaben; die Einigung sei aber „richtungsweisend“; sie mache den Weg frei für Klagen von mehr als 150 Missbrauchsopfern desselben Täters.

Die Klage gegen die Kirche sowie das Bistum Ballarat und dessen aktuellen Bischof war nach einer Gesetzesreform möglich geworden, der zufolge Institutionen wie die Kirche verklagt werden können, auch wenn sie juristisch gesehen nicht als eigenständige Körperschaft existieren, weil ihre Vermögen von Treuhandgesellschaften gehalten werden. Diese Reform war eine der Empfehlungen der staatlichen Missbrauchskommission Australiens.

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