Sektenhafte Szene blüht 25 Jahre nach Sonnentempler-Drama


Polizei und Feuerwehrleute tragen am 5. Oktober 1994 die tot aufgefundenen Sektenmitglieder aus dem Haus in Cheiry im Kanton Freiburg. Hier starben zehn Männer, zwölf Frauen und ein Kind. Foto: Keystone/epa.

Der Horror offenbart sich Polizei und Feuerwehr erst hinter einer Geheimtür im Untergeschoss des brennenden Schweizer Bauernhofs: am 5. Oktober 1994 finden sie in Cheiry 23 Leichen in einer Blutlache.

Christiane Oelrich | Aachener Zeitung

Dass sie Opfer eines mörderischen Rituals sind, ist sofort klar. Die Kinder, Frauen und Männern tragen mit Symbolen versehene Kutten und liegen sternförmig auf dem Boden. Sie gehörten zur Sonnentempler-Sekte, wie aus einem Abschiedsbrief hervorgeht. „Wir verlassen diese Erde ohne Bedauern, um in ganzer Klarheit und Freiheit eine Dimension der Wahrheit und des Absoluten zu finden.“

Das Entsetzen geht noch weiter: kurze Zeit später werden auch in drei brennenden Häusern im Kanton Wallis 25 Sonnentempler tot gefunden, und kurz darauf in Morin Heights in Kanada weitere fünf. Die meisten hatten Schusswunden. Die Brände waren per Zeitzünder ausgelöst worden. War es Mord oder Selbstmord? Die Frage wird nie geklärt.

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