Historikerin: Äbtissinnen haben im Mittelalter sogar Priester ernannt


Bis zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils hatten laut Historikerin Annalena Müller Frauen deutlich mehr Macht in der Kirche. Aber nicht alle Frauen konnten hohe Positionen erreichen.

katholisch.de

Geistliche Frauen hatten nach Angaben der Fribourger Historikerin Annalena Müller im Mittelalter deutlich mehr Macht als heute. „Äbtissinnen haben sogar Priester ernannt – für die Pfarreien, die ihrem Kloster unterstanden“, sagte Müller am Montag in einem Interview dem schweizerischen Online-Portal kath.ch. „Wenn man mit Macht Einfluss, Gestaltungs- und Entscheidungsvollmachten meint, dann gab es sehr viele mächtige Klosterfrauen im Mittelalter, vor allem Äbtissinnen.“ Sie seien als Politikerinnen aufgetreten, hätten die Klöster nach innen und außen geleitet und hätten teilweise ein Stimmrecht im Reichstag gehabt.

Müller betonte weiter, dass nur adlige Frauen solche hohen Positionen erreichen konnten. „Eine Bauerntochter hingegen wurde weder Nonne noch Äbtissin eines mächtigen Klosters.“ Selbst die Messe feiern oder Priester weihen hätten die Frauen freilich nicht gekonnt, „denn die Weihevollmacht war immer Männern vorbehalten“, sagte die Historikerin.

weiterlesen