„Mit­leids­spritze“ durch Pfle­gerin kann erlaubt sein


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Eine Pflegerin spritzte einem Krebspatienten kurz vor dessen Tod eine Überdosis Morphin – entgegen der ärztlichen Verordnung. Das Landgericht verurteilte sie deshalb wegen Körperverletzung, doch der BGH äußert Zweifel.

Maximilian Amos | Legal Tribune Online

Wenn Ärzte und Pflegekräfte den Patienten helfen wollen, oftmals aber nicht können und manchmal schon gar nicht dürfen, dann bewegen sie sich im Kontext existenzieller und hochmoralischer Fragen. Immer wieder ringen sie mit Widersprüchen zwischen ihren formellen Pflichten und ihrem eigenen moralischen Kompass.

Dabei geht es um Fragen wie: Wo sind die Grenzen des Mitleids? Wie sehr darf man gegen den Willen von Angehörigen oder gar des Patienten selbst in dessen wohlverstandenem Interesse handeln? In einem kürzlich veröffentlichten Urteil aus Januar dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof (BGH) zu diesen Fragen Stellung genommen. Dabei hielt der Senat fest, dass eine moralische Entscheidung zwar richtig oder falsch sein kann. Sie ist aber nicht streng an eine Verantwortungshierarchie gebunden (Urt. v. 30.1.2019, Az. 2 StR 325/17).

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