20 Millionen Euro für Homoöpathie: Deutschland fördert den Schwindel weiter


Es wird darüber gestritten, ob Krankenkassen Homoöpathie weiterhin bezahlen sollen. Der Gesundheitsminister sagt: Ja. Weil es eh nicht um viel Geld gehe.

Christian Keil | DERSTANDARD

In Deutschland ist ein politischer Streit um Homöopathie als Krankenkassenleistung entbrannt. Der Hintergrund: Die Kassen dürfen den Versicherungsnehmern homöopathische Zaubereien als zusätzliche und freiwillige Leistung bezahlen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand. Die Gegner der „Erstattungsfähigkeit“ der Homöopathie argumentieren staubtrocken: „Wenn Eltern darum ringen müssen, dass Krebsmedikamente für ihre Kinder erstattet werden, und die Kassen gleichzeitig viel Geld für nutzlose Pseudopillen ausgeben, geht das nicht zusammen“, sagt Andreas Gassen, der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Wir brauchen ein gesetzliches Erstattungsverbot für Homöopathie.“ Die solidarisch finanzierte Kran­ken­ver­siche­rung dürfe dafür nicht länger missbraucht werden. 

Der Gesundheitsminister redet von Peanuts

Allerdings: Die CDU mit dem zuständigen Minister erteilt dem Wunsch nach Evidenz eine Absage. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) legte sich im September fest, dass die Krankenkassen „Money for Nothing“ als Prinzip beibehalten dürfen. Die Argumentation ist bizarr: Die 20 Millionen Euro, die von den Kassen jährlich an die Produzenten und Praktiker der Homöopathie fließen, seien angesichts der Gesamtausgaben von 40 Milliarden nicht relevant, man wolle keine „emotionale Debatte“ entfachen oder „jemanden vor den Kopf stoßen“. so Spahn.

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