Wenn Grüne gegen Grüne kämpfen


Die Sonnenblume ist das Parteisymbol der Grünen – in Hamburg ist sie in einem Bezirk allerdings derzeit nicht in bester Form Quelle: picture alliance/dpa

Es geht um Islamismus- und Rufmord-Vorwürfe: Nach dem Zerwürfnis bei den Grünen im Hamburger Bezirk Mitte wollen sich sechs Mitglieder nun der SPD anschließen – ein Schritt, der auch die Mehrheitsverhältnisse verschiebt.

Jana Werner | WELT

Sie gilt als legendär, Franz Josef Strauß‘ politische Lebensweisheit „Feind, Todfeind, Parteifreund“. Aktuell anschaulich ereignet sich diese Steigerungsform bei den Grünen in Hamburg – und erreicht nun vorerst ihren Höhepunkt: Denn nach einer viermonatigen Schlammschlacht um angebliche Islamismus-Vorwürfe treten sechs Grüne im Bezirk Hamburg Mitte aus der Partei aus und suchen Schutz bei einer neuen politischen Heimat – der SPD. Somit bleiben die Genossen dort trotz Wahlniederlage im Mai dieses Jahres stärkste Kraft im Kommunalparlament von Hamburgs einwohnerstärksten Bezirk.

Die sechs abwanderungswilligen Grünen Meryem Celikkol, Kay Dassow, Shafi Sediqi, Fatih Can Karismaz, Nicole Kistenbrügger und Miriam Natur begründen ihre Entscheidung am Mittwoch mit dem „widersprüchlichen Verhalten“ ihrer Partei, das sie „als Vertrauensbruch und als Affront gegen Werte wie Vielfalt, Toleranz und demokratische Grundwerte“ bezeichnen. Gemeinsam haben sie am Dienstag ihren Parteiaustritt erklärt und ihre von den übrigen Grünen abgetrennte Fraktion in der Bezirksversammlung am Mittwoch aufgelöst. Die Gespräche mit der SPD liefen bereits, der Parteieintritt sei die logische Konsequenz, sagt Celikkol.

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