Medien und Kirche: Sei uns gnädig, Herrgottnochmal!


Das Kreuz mit den Religionen

Warum braucht die Welt weniger Religion? Unsere Autorin beantwortet die Frage kommentierend an der Rolle der Kirche in den Medien.

Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Darum geht es im christlichen Glauben und das ist für mich eine gute Orientierung.“ Die Pastorin, die hier im Hessischen Rundfunk über den Äther flötet, meint es ganz bestimmt nicht böse. Um Nächstenliebe geht es in diesem „Zuspruch“, darum, dass der Herrgott, ja, der Allmächtige, die Liebe zum Nächsten als hohes Gut im Kontrast zum Egoismus ausgedeutet hat. 

Aber geliebt werden muss zunächst natürlich ER, der Patriarch aller Patriarchen, der imaginierte Gott, der seit Jahrhunderten zumindest in Teilen nach wie vor die strukturellen Lebensabläufe des einzelnen wenn nicht bestimmt, so doch subversiv begleitet. Jenseits der Feiertage, die man durchaus auch mit weltlichen Ereignissen verknüpfen könnte, werden permanent christliche Botschaften unters Volk gejubelt – und dies mit freundlicher Unterstützung der Medien. 

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