Blutplasma-Handel: Dollar gegen Gesundheit


Plasmazentrum von Talecris in El Paso

Tausende Mexikaner überqueren regelmäßig die Grenze in die USA, um für Geld Blutplasma zu spenden. Eine Recherche von SWR, NDR und SZ zeigt, wie Pharmafirmen das Wohlstandsgefälle zwischen den Ländern nutzen. Auch Deutschland profitiert davon.

Stefanie Dodt, Peter Hornung, Jan Lukas Strozyk | tagesschau.de

Menschliches Blutplasma ist ein wichtiger Rohstoff der Pharmaindustrie. In den vergangenen Jahren hat sich weltweit ein Milliardenmarkt darum entwickelt. Gespeist wird er vor allem aus den USA. An der Grenze zwischen den USA und Mexiko hat sich ein regelrechter Spendentourismus entwickelt. Mindestens 10.000 Mexikaner pro Woche überqueren die Grenze, um in den USA zu spenden – gegen Geld. Das zeigt eine Analyse von firmeninternen Dokumenten, die Reporter von SWR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) vorliegen. Über den Exportweg gelangt das Plasma aus den USA auch nach Deutschland.

Ein Jahr lang haben Reporter im Umfeld der Konzerne in den USA, Mexiko und Europa recherchiert und dazu Dutzende Spender, ehemalige und aktuelle Mitarbeiter befragt. Aus deren Schilderungen und internen Unterlagen aus der Branche ergibt sich das Bild eines Marktes, der Profit über den Spenderschutz stellt und systematisch in Kauf nimmt, dass Menschen sich gesundheitlichen Gefahren und juristischen Risiken aussetzen.

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