Schwarzer Tag für Trump in der Ukraine-Affäre


Nach einer zehnstündigen Einvernahme im amerikanischen Kongress verlässt der frühere Ukraine-Sonderbeauftragte bei Einbruch der Dunkelheit das Capitol. Volkers Aussagen belasten Präsident Trump schwer. (Bild: Erik Lesser / EPA)

Neu aufgetauchte Dokumente zerzausen die Verteidigungsstrategie des amerikanischen Präsidenten in der Ukraine-Affäre. Ein Impeachment wird nun immer wahrscheinlicher.

Andreas Rüesch | Neue Zürcher Zeitung

In Washington überschlagen sich die Ereignisse. Eine Woche nach der Veröffentlichung der Beschwerde eines Staatsangestellten über einen mutmasslichen Amtsmissbrauch Präsident Trumps in der Politik gegenüber der Ukraine sind neue, noch gravierendere Dokumente ans Licht gekommen. Sie untermauern die Vorwürfe in mehrerer Hinsicht. Erstmals liegen nun klare Beweise dafür vor, dass die Administration Trump Druck auf die Führung in Kiew ausübte, um Vorteile im Wahlkampf gegen die Demokraten herauszuholen.

Das Weisse Haus machte die Einleitung einer Untersuchung gegen den ukrainischen Erdgaskonzern Burisma, in dessen Führung bis vor einigen Monaten ein Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden sass, zur Vorbedingung für engere diplomatische Beziehungen. Schon die kürzlich veröffentlichte Mitschrift eines Telefonats zwischen den Präsidenten Trump und Selenski hatte den Eindruck erweckt, dass Trump eine solche Bedingung gestellt hatte. Doch der zweideutige Wortlaut öffnete ihm ein Schlupfloch, um die Sache zu verharmlosen und jegliche Druckausübung als Erfindung seiner Gegner abzutun.

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