Wie der IS in syrischen Lagern neue Kämpfer rekrutiert


In dem von Kurden bewachten Lager leben 70.000 Menschen, die meisten sind Frauen und Kinder.Foto: Ali Hashisho/Reuters

Im Camp Al Hol sind Zehntausende Angehörige von IS-Mitgliedern interniert. Sie sollen der Miliz zu neuer Stärke verhelfen. Terrorchef Baghdadi will sie befreien.

Christian Böhme, Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Geheimgerichte, Hinrichtungen, indoktrinierte Kinder: Ein Internierungslager für 70.000 Angehörige von Kämpfern des „Islamischen Staats“ (IS) im Nordosten Syriens wird zu einer neuen Machtbasis für die Extremisten, die sich nach ihrer militärischen Niederlage vom Frühjahr neu aufstellen.

Weibliche Anhänger der Dschihadisten führten im Lager Al Hol eine Terrorherrschaft, berichten Menschenrechtler. IS-Chef Abu Bakr al Baghdadi betrachtet die dortigen Insassen als wertvolle Verstärkung – er ruft zur Befreiung seiner internierten Gefolgsleute auf.

Kurdische Milizionäre, die von den USA unterstützt werden, bewachen im Norden Syriens fast 100.000 IS-Kämpfer und deren Familienangehörige in mehreren Lagern. Sollte der IS wie von Baghdadi befohlen einen groß angelegten Befreiungsversuch starten, wären die Kurden kaum in der Lage, diesen zurückzuschlagen. In Al Hol gibt es nur rund 400 Wachleute.

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