Wohin mit den politisch unerwünschten Mineralölprodukten Diesel und Heizöl?


Symbolbild: Pixabay

Erdöl wird in Raffinerien in einzelne Fraktionen zerlegt, darunter etwa 24 Prozent Otto-Kraftstoffe, 21 Prozent Diesel/leichtes Heizöl und weitere sogenannte Koppelprodukte

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Der Normalverbraucher kommt mit den Mineralölprodukten Benzin und Diesel heute nur noch beim Tanken in Kontakt. Wer sich da nicht nur am Preis orientiert, stellt vielleicht noch fest, dass die Sorten je nach Marke unterschiedlich gefärbt sind. Die Farbe wird den Vergaserkraftstoffen jedoch erst im Tankwagen mit Hilfe eines Beutels beigegeben, der an einen Teebeutel erinnert.

Die Produkte der einzelnen Marken kommen durchaus aus der gleichen Raffinerie und unterscheiden sich meist nur durch diese vor dem Transport zugegebenen Additive. Wer schon mal die Chance hatte, eine Mineralölraffinerie zu besuchen, konnte feststellen, dass da Tanklaster unterschiedlicher Farben abgefüllt wurden.

Raffinierung von Mineralöl ist energieaufwendig

Beim Vergleich mit Batterie-Mobilen wird vielmals der hohe Energieaufwand für die Herstellung der Batterien kritisiert. Was in der öffentlichen Diskussion dabei zumeist übersehen wird, ist die Tatsache, dass bis zu 50 Prozent der Kosten eines Raffineriebetriebs auf die für die Prozesse benötigte Energie entfallen. Die Produktion der Fahrzeugkraftstoffe, die nach ihrer Nutzung nur noch als Abgas eine Bedeutung haben, ist somit deutlich energieaufwendiger als meist vermutet.

Das hängt in erster Linie mit dem in den Raffinerien eingesetzten Prozess der Destillation zusammen, die vom Prinzip her so funktioniert wie eine klassische Schnapsbrennerei. Was dort zumeist nicht zu übersehen ist, ist in den Mineralölraffinerien eher versteckt. Welche Fraktionen in einer Raffinerie aus dem angelieferten Mineralöl gewonnen werden können, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Mineralölsorte dort raffiniert wird.

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