Pakistanischer Bischof: Blasphemiegesetz bedroht Christen —Streichung des Gesetzes nicht angestrebt


Christen leiden unter Blasphemiegesetz © Shahzaib Akber (dpa)

Das Blasphemiegesetz in Pakistan ist nach den Worten des katholischen Bischofs von Hyderabad, Samson Shukardin, eine tägliche Bedrohung für die christliche Minderheit. Die katholischen Bischöfe strebten aber keine Streichung des Gesetzes an.

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Bei einem Missionskongress in Wien forderte er am Freitag, künftig müssten Personen bestraft werden, die durch falsche Blasphemievorwürfe eine Verurteilung Unschuldiger zu verantworten hätten. Eine gänzliche Streichung des Blasphemiegesetztes sei von den katholischen Bischöfen in Pakistan nicht angestrebt. Man akzeptiere die islamische Prägung von Staat und Recht in Pakistan; allerdings habe das Land bei der Staatsgründung 1947 noch auf dem Boden der Religionsfreiheit gestanden.

Für die christliche Minderheit von 1,6 Prozent der Bevölkerung gegenüber 96 Prozent Muslimen sei das Blasphemiegesetz ein Damoklesschwert und raube vor allem den jungen Menschen die Hoffnung auf eine gute Zukunft, so der Bischof. Der 1980 eingeführte Blasphemieparagraf bedrohe alle, die den Koran verunehren oder den Propheten Mohammed kritisieren im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe. Oft würden Blasphemiebeschuldigungen öffentlich in der Moschee erhoben. Die dann drohende Lynchjustiz sei lebensgefährlich für Beschuldigte und setzte auch die staatliche Justiz unter Druck.

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