Kampf gegen Radikalisierung


In einem Rollenspiel hat sich ein Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule im Rahmen des Projekts „Wir gegen Salafismus“ als Islamist verkleidet.© Boris Roessler/dpa

Wo vollzieht sich der Schritt vom Islam zum Islamismus? Beratungsstellen in Hessen wollen verhindern, dass es überhaupt zum Einstieg in die radikale Szene kommt. Doch auch mit Rückkehrern wird gearbeitet.

Frankfurter Rundschau

Mal kommen verzweifelte Eltern oder ratlose Freunde, die Rat suchen, weil ein junger Mann oder eine junge Frau Verhalten, Kleidung und Freundeskreis gewechselt haben. Die Angehörigen befürchten, Zeuge einer Radikalisierung zu sein. Andere Klienten des Violence Prevention Network (VPN) sind den Schritt vom Islam zum Islamismus bereits gegangen, wenn Projektkoordinator Cuma Ülger und seine Kollegen das Gespräch mit ihnen suchen. In Workshops in Schulen oder Jugendzentren versuchen sie, „das Phänomen Dschihadismus zu entzaubern“. Im Strafvollzug wollen sie diejenigen deradikalisieren, die bereits auffällig geworden sind, womöglich sogar in die Kampfgebiete des Islamischen Staates (IS) ausgereist waren.

„Manche sind desillusioniert, fühlen sich manipuliert“, sagt Ülger über seine Arbeit mit Rückkehrern in hessischen Gefängnissen. In Gesprächen komme es dann zu Äußerungen wie „Wie konnte ich nur auf so jemanden reinfallen?“ Andere hingegen seien nach wie vor ideologisiert. „Wir kommen nicht an jeden ran“, räumt der Islamwissenschaftler und Pädagoge ein.

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