Papst Franz, der Amazonas und die Wirklichkeit von Kirche


Der Papst mit Vertretern der Indigenen aus dem Amazonas-Gebiet bei seinem Besuch in Peru im Januar 2018

Für die indigene Bevölkerung im Amazonas und damit auch für den Regenwald spielt die katholische Kirche eine große Rolle. Aber auch für die Kirche in Deutschland ist die Amazonas-Synode wichtig, meint Christoph Strack.

Christoph Strack | Deutsche Welle

„Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee.“ Das war einer der Kernsätze in der Ende 2013 erschienenen ersten Enzyklika von Papst Franziskus. Unter dem Titel „Evangelii gaudium“ (Freude des Evangeliums) klang sie nach Neustart, nach einem Versuch, vom konkreten Menschen, seinen Nöten, seiner Hoffnung her zu denken. Mit kaum einem Satz lässt sich die Wucht, die den Papst aus Lateinamerika bei der am Sonntag beginnenden dreiwöchigen Amazonas-Synode treibt, besser erklären.

Der grüne Papst

Gegen alle abgehobenen Dogmatiker und Ideologen gleich welcher theologischen Couleur geht es Franziskus um die Not der Menschen im gewaltigen Amazonas-Raum, der in ihrer Existenz bedrohten Indigenen. Und in diesem Fall geht es dem Papst auch um die „grüne Lunge“ der Erde, um Brandrodung und Umweltzerstörung, um die Verbrechen an der Schöpfung. Die dramatischen Flächenbrände am Amazonas erschütterten im Sommer Menschen weltweit. Jetzt brennt es immer noch, doch die mediale Aufmerksamkeit ist weitergezogen. Franziskus wusste schon vorher um die katastrophale Lage, er vergisst sie auch jetzt nicht. So wird er mit der ganzen Synode immer und immer wieder die Weltgemeinschaft mahnen. Hoffentlich drastisch mahnen. Der erste Papst, der sich nach dem Heiligen Franziskus benannte, ist ein grüner Papst – jenseits der politischen Farbe. Und sein Herz geht auf, wenn er einfachen, bodenständigen Menschen dieses Anliegens begegnet, ihnen Nähe zeigen kann.

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