Warum sich auch Religionslose bei Todesfällen an die Kirche wenden


Not lehrt beten: Bei Krankheit und Tod greifen auch religionslose Menschen auf kirchliche Angebote zurück. Besitzergreifend dürfen Seelsorger dabei aber nicht sein – und sie müssen lernen, auf den christlichen Sprachjargon zu verzichten.

Karin Wollschläger | katholisch.de

Beerdigungen in Ostdeutschland können manchmal kurios sein. Etwa wenn die konfessionslose Trauerrednerin am Grab sagt: „Und jetzt lese ich auf besonderen Wunsch der Familie noch ein Gedicht vor: Vater unser im Himmel…“ Trauerbegleitung ist ein boomender Markt, den auch immer mehr kommerzielle Anbieter für sich entdeckt haben. Neben Trauerrednern gibt es Trauer-Cafés, Trauer-Grillen, Trauer-Fahrten. Doch die Kirchen, kernkompetent in Sachen Trauerarbeit, sehen die Konkurrenz gelassen – selbst im säkularen Osten mit überwiegend religionsloser Bevölkerung.

„Seelsorge-Ambulanz“ im Krankenhaus

„Die Menschen nehmen unser Angebot an, weil sie spüren: Bei denen ist das kein Geschäft. Die glauben daran und stehen dahinter. Bei denen gibt’s nicht nur noch’n Gedicht“, berichtet Diakon Bernhard Feuersträter, Krankenhaus-Seelsorger in Halle, auf der Kirchenmesse und Ideenbörse „pastorale!“ in Magdeburg. Im Fokus der viertägigen Veranstaltung aller ostdeutschen Bistümer im vergangenen Monat stand die Rolle der Christen in einem säkularen Umfeld.

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