Der Nobelpreis für Medizin geht an William Kaelin, Sir Peter Ratcliffe und Gregg Semenza


Sir Peter J. Ratcliffe, der für eine Forschungsarbeiten auch einen Ehrendoktortitel von der Universität Zürich erhielt, posiert im NDM Research Building an der Oxford Universität, 7. Oktober. (Bild: Facundo Arrizabalaga / EPA)

In ihrer Arbeit geht es um die Frage, wie Zellen mit verschiedenen Sauerstoffkonzentrationen umgehen. Die Forscher haben einen molekularen Sensor gefunden, der auch bei Blutarmut oder Krebserkrankungen eine Rolle spielt.

Helga Rietz, Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an William G. Kaelin Jr.; Sir Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza für ihre Entdeckung, wie Zellen «erspüren», wie viel Sauerstoff verfügbar ist und wie sie darauf reagieren.

Sauerstoff wird in jeder einzelnen Zelle benötigt, um Energie zu gewinnen. Aber die Verfügbarkeit des lebenswichtigen Moleküls schwankt je nach Sauerstoffgehalt in der Luft, bei körperlicher Aktivität oder ganz lokal, wenn eine kleine Wunde den Blutfluss in das Gewebe abschneidet.

Auf einen geringen Sauerstoffgehalt, beispielsweise in grossen Höhen, reagiert der Körper, indem er das Hormon Erythropoietin (EPO) ausschüttet. Daraufhin werden mehr rote Blutkörperchen produziert. Traurige Berühmtheit erlangte das Hormon, seit es als Dopingmittel im Sport eingesetzt wird. Aber im Körper reagiert bereits jede einzelne Zelle, wenn der Sauerstoffgehalt sinkt, und passt ihre Stoffwechselrate entsprechend an.

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