Trump droht Türkei mit wirtschaftlicher Zerstörung


Droht dem türkischen Präsidenten Erdogan: Donald Trump Bild: AFP

Die Vereinten Nationen und die EU warnen vor einer türkischen Invasion in Syrien. Der amerikanische Senat will offenbar Sanktionen beschließen. Präsident Trump reagiert, indem er Ankara eine Grenze setzt – die aber schwammig bleibt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, sich aus Nordsyrien zurückziehen und die Region der Türkei zu überlassen, ist international, aber auch in Washington auf scharfe Kritik gestoßen. Donald Trump begründete den Schritt, den das Weiße Haus am Sonntagabend mitgeteilt hatte, am Montag damit, dass es Zeit sei, die „lächerlichen endlosen Kriege“ Amerikas zu beenden. Europa und die Kräfte in der Region müssten nun einen Weg finde, was sie mit den dort gefangengehaltenen Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) tun wollten. Er habe den IS besiegt, so Trump auf Twitter.

Die Entscheidung, die zu Lasten der Kurden – langjähriger Verbündeter Washingtons – geht, stieß auf vehemente Kritik auch in den eigenen Reihen. Der republikanische Senator Lindsey Graham, eigentlich ein Verbündeter Trumps, sagte am Montag, er habe mit den Demokraten gesprochen. Man sei sich einig, dass der Senat Sanktionen gegen die Türkei beschließen werde, sollte Ankara in Nordsyrien einmarschieren. Trump schrieb kurz darauf auf Twitter: „Falls die Türkei irgendetwas unternimmt, was ich, in meiner großen und unerreichten Weisheit, für tabu erachte, werde ich die Wirtschaft der Türkei vollständig zerstören und auslöschen“. Er ließ aber offen, welche Handlungen ihn zu einem solchen Versuch bewegen könnten.

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