Bei Missbrauchsverdacht lassen einige Bistümer ihre Priester im Stich


Namen werden bekanntgegeben, Details gelangen an die Öffentlichkeit: Noch während der Ermittlungen missachten manche Bistümer die Unschuldsvermutung für die beschuldigten Priester. Das hat gravierende Folgen, kommentiert Benjamin Leven.

Benjamin Leven | katholisch.de

Heribert Hallermann hat am Montag auf schwerwiegende Versäumnisse der Bistümer im Umgang mit Klerikern hingewiesen, die sexueller Vergehen beschuldigt werden. Vielfach würden die Verantwortlichen willkürlich vorgehen, sich nicht an die Unschuldsvermutung halten und die Beschuldigten in ihrem Verteidigungsrecht beeinträchtigen, so Hallermann, der bis 2016 Professor für Kirchenrecht in Würzburg war.

Natürlich ist es wichtig, dass sexueller Missbrauch konsequent geahndet wird. Doch auch Beschuldigte, ja auch Täter haben Rechte. In der Sorge, man könne ihnen ansonsten Vertuschung vorwerfen, reagieren Bischöfe und Generalvikare nicht selten kopflos. Die beschuldigten Priester werden oftmals rasch „beurlaubt“ und nach wenigen Tagen ist ihr Name in der Presse zu lesen.

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