Die Blockaden der Klimawandelgläubigen


Bild: Extinction Rebellion /Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)

Die Bewegung ist so irrational, wie die Verhältnisse im Spätkapitalismus. Es liegt auch einer Linken, die nicht fähig ist, ihre Inhalte in die Bewegung zu tragen

Peter Nowak | TELEPOLIS

Seit drei Tagen blockieren nun Aktivisten der Bewegung Extinction Rebellion in Berlin Straßen und Brücken. Die Folge sind vor allem verstopfte Straßen an anderen Stellen und aggressiv hupende Autofahrer. Schließlich hat sich durch die Aktionen das tägliche Verkehrschaos in Berlin nur verstärkt.

Wer heute schon manchmal mehr als eine Stunde Stehverkehr in Kauf nimmt, um mit seinem Auto durch die Stadt zu fahren, obwohl es in vielen Fällen zeitsparende Alternativen im Nahverkehr gibt, lässt sich durch die Blockaden auch nicht den Tritt aufs Gaspedal verwehren. Warum also kommen in der ganzen Welt Menschen zusammen, nehmen einige Strapazen auf sich, um an einer Aktion teilzunehmen, von der ziemlich klar ist, dass sie zur realen Wirkung wenig beiträgt? Zumal es schon längst wirkungsvollere Aktionen gibt, wie die Blockaden bei VW in Wolfsburg oder die Proteste vor der Automobilausstellung in Frankfurt?

Die Antwort liegt im Bewusstsein von Teilen der Klimawandelgläubigen. Das sind Menschen, die Greta Thunbergs Aufforderung: „Ich will, dass ihr in Panik geratet“ ernst nehmen.

Zutiefst irrationale Bewegung

Es sind Menschen, für die es keine Metapher ist, wenn sie von Ausrottung allen Lebens reden, die wirklich die Apokalypse erwarten und zwar in ihrer eigenen Lebenszeit. Damit gleichen sie irrationalen Bewegungen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, die sich auf Schiffen oder an Plätzen versammelt haben, um den Weltuntergang gemeinsam zu erleben oder zu erleiden. Es ist eine irrationale Bewegung von Klimawandelgläubigen, die sich in den Metropolen sammelt.

Der Begriff Klimagläubigkeit stammt von dem Zeitgeist-Autor Jonathan Safran Foer, der natürlich zum aktuellen Klimahype gleich ein Buch auf dem Markt geworfen hat, das schon im Titel „Wir sind das Klima“ deutlich macht, dass den hier Leser Gefühle, aber keine Gedanken erwarten. Zustimmung bekam er prompt vom Taz-Kolumnisten Peter Unfried, der ihn in seiner aktuellen Kolumne so rezipiert:

Der New Yorker Schriftsteller Jonathan Safran Foer hat eine spektakulär logische These, was unsere bisherige Unfähigkeit angeht, die immer größer werdende Bedrohung durch die Erderhitzung ernst zu nehmen. Wir glauben es nicht. Doch, doch: Wir wissen es. Aber wir glauben es nicht. …

Peter Unfried, Taz

Nun ist auch Peter Unfried aufgefallen, dass die Klimabewegung doch immer besonders stolz darauf war, angeblich fast 100 Prozent der Wissenschaftler auf ihrer Seite zu haben. Was soll dann der fehlende Glaube? Darauf gibt Foer keine Antwort, sondern wechselt auf das Terrain der jüdischen Verfolgungsgeschichte seiner Vorfahren.

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