Kommt Israel den Kurden zu Hilfe?


Bild: Sana

Die syrische Regierung distanziert sich von den kurdischen SDF, Russland duldet die Invasion, die Türkei droht Europa mit Millionen von Flüchtlingen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bei der türkischen Bombardierung von angeblichen YPG-Stellungen soll auch ein Gefängnis in Qamishli getroffen worden sein, in dem ausländische IS-Kämpfer festgehalten werden – von manchen als die gefährlichsten IS-Kämpfer bezeichnet. Die Meldung der SDF zirkulierte in den Medien. Die SDF unterstellen, dass mit dem Angriff „Löcher in das Gefängnis“ gemacht werden, damit die IS-Kämpfer fliehen können. Unklar ist, ob dadurch bereits Gefangene ausbrechen konnten, es könnte natürlich auch sein, dass mit der Meldung Stimmung gegen die Türkei gemacht werden soll.

Die syrische Regierung erklärt, sie werde mit allen legalen Mitteln gegen die türkische Aggression kämpfen. Bei den Bombardierungen aus der Luft und durch Artillerie seien gestern 8 Zivilisten getötet worden, es gebe auch Verletzte. Überdies würde Infrastruktur wie Trinkwasserversorgung, Dämme, Stromleitungen, Erdölanlagen sowie Wohngebiete angegriffen. Bei Angriffen auf Fahrzeuge auf der Straße zwischen Raqqa and Tal Abyad habe es auch Tote und Verletzte gegeben. SDF-Kämpfer würden hingegen junge Männer rekrutieren und an die Front schicken. Überdies würde die SDF Zivilisten entführen und Äcker zerstören. Die Assad-Regierung sieht offenbar die Chance, Vorteile aus dem Krieg zwischen der Türkei und der SDF zu ziehen.

Russland hält sich bislang weitgehend aus dem Konflikt heraus. Putin telefonierte mit Erdogan und duldet offenbar dem Angriff auf die Kurden und die Invasion. Nur vorsichtig wird Erdogan aufgefordert, auf die Situation zu achten, um nicht die Bemühungen zur Lösung der Krise zu gefährden. Beide Seiten hätten dann auch die „Bedeutung bestätigt, die Einheit und territoriale Integrität Syriens sicherzustellen und seine Souveränität zu achten“. Das muss man als zynischen Kommentar des Kreml verstehen, der auch die bereits unter der Kontrolle der Türkei stehenden syrischen Gebiete wie Afrin akzeptiert. Putin sieht wahrscheinlich die Chance, die Türkei aus der Nato herausbrechen zu können und riskiert dabei die Beziehung zu Damaskus, das aber auf Russland existentiell angewiesen ist.

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