Rechtsextremismus: Gewalt beginnt mit der Sprache


Polizei in Halle. Bildquelle: AP

Tausende hetzen, bis einer abdrückt: Die rechte Szene erstarkt – Warnungen gibt es schon seit Jahren. Oft beginnt Gewalt schon mit der Sprache.

Georg Mascolo | tagesschau.de

Die Eingangstür zur jüdischen Synagoge in Halle hat gehalten, der Täter hat sie nicht aufbekommen. Sein Plan, das Gebetshaus zu stürmen und die dort versammelten Menschen zu töten, schlug fehl. Damit allerdings enden die guten Nachrichten auch schon. Zwei Menschen sind tot, zwei weitere wurden verletzt und das Land erlebt und erleidet den zweiten schweren rechtsterroristischen Anschlag binnen weniger Monate.

Im Juni war es die Hinrichtung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke – im Oktober ist es ein versuchter Massenmord. Nicht nur Deutschland ist betroffen von dieser Welle rechter Gewalt, der Bogen spannt sich vom neuseeländischen Christchurch in Neuseeland bis in die USA.

Den Anfängen kann man schon nicht mehr wehren

Und doch trifft es Deutschland, ausgerechnet Deutschland, nun besonders hart. Das ist bestürzend und beschämend für eine Nation, dessen wahres Gründungsversprechen die Worte „Nie wieder“ waren und sind. Den Anfängen kann man schon nicht mehr wehren. Es hat schon wieder angefangen.

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