Russland unglücklich über türkischen Syrien-Vorstoß


Die Allianz zwischen dem Iran (Hassan Rohani), der Türkei (Tayyip Erdoğan) und Russland (Wladimir Putin) ist brüchig. Foto: AP/Pavel Golovkin

Einerseits ist der Kreml froh über den US-Abzug aus Nordsyrien, andererseits bedroht Ankaras Vorgehen potenziell die Macht von Bashar al-Assad

André Ballin | DERSTANDARD

Moskau verfolgt die Militäroffensive Ankaras in Nordsyrien mit Sorge. Das Vorgehen der Türken demonstriert einmal mehr, wie brüchig die Allianz ist, die Russland 2016 mit der Türkei und dem Iran geschmiedet hat, um selbst ungestört militärisch in Syrien agieren zu können. Alle drei Mächte verfolgen dort eigene Interessen. Moskaus Ziel in Syrien ist der Machterhalt von Bashar al-Assad, der nicht nur als traditioneller Verbündeter Russlands gilt, sondern dem Kreml nach den massiven Bombardements seiner Gegner – nicht nur der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) – durch die russische Luftwaffe auch zu Dank verpflichtet ist.

Tayyip Erdoğan erklärte zwar, der Vormarsch seiner Armee auf syrisches Gebiet diene nicht nur dem eigenen Schutz, sondern auch der Sicherung der territorialen Einheit Syriens, und sei zeitlich beschränkt. Doch was derzeit auf dem schon von Ankara besetzten syrischen Gebiet passiert, spricht nicht gerade für eine befristete Besetzung: Die Türken haben dort ihre eigene Währung in Umlauf gebracht und Medienberichten zufolge eigene Bildungseinrichtungen eröffnet.

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