Viagra für die Stammzelltransplantation?


Vielseitige blaue Pillen: Kommt Viagra künftig auch bei der Blutstammzellspende zum Einsatz? (Bild: rclassenlayouts/ istock)

Viagra ist ein Tausendsassa unter den Medikamenten: Ursprünglich als Mittel gegen Bluthochdruck entwickelt, wird der Wirkstoff heute vor allem bei Erektionsstörungen geschluckt. Er hat sich aber auch als effektiv gegen eine Vielzahl weiterer Gesundheitsprobleme erwiesen. So hilft Viagra etwa lungenschwachen Frühchen oder schützt Bergsteiger vor der Höhenkrankheit. Nun haben Forscher eine weitere mögliche Anwendung des Potenzmittels entdeckt: die Stammzelltransplantation. Durch seine gefäßerweiternde Wirkung kann das Medikament offenbar die Wanderung von Blutstammzellen aus dem Knochenmark ins Blut fördern – eine wesentliche Voraussetzung, um diese blutbildenden Zellen gewinnen zu können.

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Für Patienten mit Blutkrebs wie Leukämie bedeutet eine Transplantation von Blutstammzellen die Chance auf Heilung. Diese blutbildenden Zellen werden im Knochenmark produziert – doch um sie für eine Spende zu gewinnen, ist heute keine Entnahme von Knochenmark mehr nötig. Stattdessen werden die Stammzellen in den meisten Fällen aus dem Blut des Spenders entnommen. Für diese sogenannte periphere Stammzellspende wird dem Spender in der Regel vier bis sechs Tage lang ein auch im Körper vorkommender Botenstoff gespritzt. Der Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktor (GCSF) bewirkt dann, dass sich die Blutstammzellen aus dem Knochenmark lösen und ins Blut einwandern.

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