Halle: Wem die Tat „unvorstellbar“ erschien, muss Jahre im Tiefschlaf verbracht haben


Fast täglich werden in Deutschland Juden angegriffen. Auch Attacken auf Moslems nehmen zu. Den Weg haben Teile der AfD geebnet. Beim Bekämpfen des Rechtsextremismus ist die Politik zu zögerlich, die Gerichte zu sanft und der Verfassungsschutz zu locker.

Johannes Boie | WELT

In Halle scheiterte der Terrorist Stephan Balliet dabei, ein Attentat zu verüben, das leicht das schlimmste in der Geschichte unseres Landes hätte werden können. Er ermordete zwei Menschen, die seinen Weg querten, ihr Tod ist tieftraurig und furchtbar. Sie werden als Opfer eines skrupellosen Mörders in Erinnerung bleiben. Sein vorrangiges Ziel aber war es gewesen, so viele Juden wie möglich zu töten, am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, im Gotteshaus.

Balliet scheiterte nicht an der Polizei, er wurde auch nicht von anderen Menschen abgehalten, seine Planung wurde nicht vereitelt, auch der Bau zahlreicher Sprengsätze und Waffen gelang ihm wie geplant. Ferner scheiterte er nicht am „Nie wieder“-Mantra oder einem entschiedenen politischen Kampf gegen Radikalisierung.

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