VW-Werk in der Türkei steht vor dem Aus


Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil sieht wegen der türkischen Invasion keine Grundlage mehr für die geplante Milliardeninvestition. Das sei ein „Schlag ins Gesicht von Menschenrechten“.

Carsten Germis | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Aufsichtsrat von Volkswagen rückt nach dem  türkischen Angriffskrieg gegen die von Kurden bewohnten Gebiete in Syrien von seinen Plänen ab, in der Türkei ein neues Werk zu bauen und Milliarden in dem Land zu investieren. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Volkswagen unter diesen Bedingungen in der Türkei eine Milliardeninvestition vornimmt“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover.

Der SPD-Politiker, der für das Land Niedersachsen als zweitgrößter Anteilseigner von VW im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt, sagte, dass der türkische Angriff eine Eskalation darstelle, die „dermaßen unvertretbar ist und einen Schlag ins Gesicht von Menschenrechten und internationalem Recht darstellt, dass in der Tat die Voraussetzungen für ein Engagement für mich nicht vorstellbar ist“. Er schränkte das ein mit dem Zusatz „unter den jetzigen Bedingungen“. Seine Einschätzung teilten auch andere Mitglieder des VW-Aufsichtsrats, sagte Weil. Der Aufsichtsrat kommt Mitte November zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

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