Amnesty wirft Türkei „schändliche Missachtung zivilen Lebens“ vor


Eine „schändliche Missachtung zivilen Lebens“ wirft Amnesty International der Türkei bei ihrer Militäroperation in Nordsyrien vor. Im Bericht der Menschenrechtsorganisationen werden zwei Luftangriffe – einer in der Nähe einer Schule, ein anderer auf einen zivilen Konvoi – herausgestellt, ein Granatenangriff und gezielte Tötungen, für die die Mitglieder der mit der Türkei verbündeten Miliz Ahrar al-Sharkiya verantwortlich sind.

Thomas Pany | TELEPOLIS

Bei einem türkischen Luftangriff auf Salhiye soll am Morgen des 12. Oktober Munition in der Nähe einer Schule gelandet sein, wo die Zivilbevölkerung Zuflucht suchte, vier Personen wurden dabei getötet, darunter zwei Kinder, deren Körper „bis zur Unkenntlichkeit geschwärzt“ waren, wird ein Mitarbeiter des kurdischen Roten Kreuzes zitiert.

Serekaniye. Bild: kurdische Nachrichtenagentur Anha

Solche Bilder sollen vor Augen führen, dass die Zivilbevölkerung eben nicht, wie das immer bei Militäroperationen angekündigt wird („Es geht nur gegen Terroristen“), verschont wird. Der AI-Bericht liefert noch weitere „Nahaufnahmen“ grausiger Kriegsschäden durch die Operation „Friedensquelle“. Sie werden in die Reihe von nicht weiter präzisierten „rücksichtslosen Angriffen“ gestellt, die „Wohnviertel, ein Wohnhaus, eine Bäckerei und eine Schule“ trafen.

Darüber hinaus nimmt der Bericht auch die Ermordung der kurdischen Politikerin Hevrin Khalaf und ihren mutmaßlichen Leibwächtern durch eine mit der Türkei verbündete Miliz auf, die in den letzten Tagen für internationales Aufsehen sorgte ( Türkische Proxy-Truppen: „Das übelste Gesindel“). Solche Gewalttaten müssen vor Gericht gebracht werden, so die Forderung der Menschenrechtsorganisation.

Über 200 tote Zivilisten

218 Zivilisten, darunter 18 Kinder, seien bisher durch die türkische Militäroperation ums Leben gekommen, 650 wurden verletzt, heißt es in einer Erklärung der Gesundheitsbehörde der kurdischen Verwaltung, die im AI-Bericht erwähnt wird.

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