Betroffene und Misereor klagen gegen Bergbauunternehmen und TÜV Süd


Als am 25. Januar 2019 der Staudamm einer Eisenerzmine in Brasilien brach, begrub eine riesige Schlammlawine 272 Menschen unter sich. Hinterbliebene klagen gegen das Unternehmen und den TÜV Süd und fordern Gerechtigkeit.

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DOMRADIO.DE: Als am 25. Januar 2019 ein riesiger Staudamm auf dem Gelände einer Eisenerzmine in Brumadinho im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais brach, wälzte sich eine gigantische Schlammlawine ins Tal, richtete furchtbare Verwüstungen an und tötete viele Menschen, obwohl ein brasilianisches Tochterunternehmen des TÜV Süd vier Monate zuvor den Damm noch als sicher eingestuft hatte.

Kritiker sagen, schon damals habe es offen sichtbare Mängel gegeben. Jetzt haben fünf Betroffene aus Brasilien zusammen mit dem katholischen Entwicklungswerk Misereor Strafanzeige gegen einen Mitarbeiter von TÜV Süd in München sowie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen das Bergbauunternehmen selbst gestellt. Welche Folgen hatte der Dammbruch für die Menschen dort?

Luftbildaufnahme aus einem Video: die durch Eisenoxid rot gefärbte Schlammlawine bei der zerstörten Eisenbahnbrücke, 26. Januar 2019. Bild: wikipedia.org/TV NBR CC BY 3.0

Susanne Friess (Misereor-Beraterin für Bergbau und Entwicklung in Lateinamerika): Der Dammbruch hat eine Welle aus giftigem Schlamm ins Tal gespült. Das waren elf Millionen Kubikmeter Schlamm, also eine riesige Welle, die 272 Menschen unter sich begraben hat. Viele von denen saßen zu der Zeit unterhalb von dem Damm in der Kantine beim Mittagessen, waren also Arbeiter des Bergbaukonzerns Vale und sind förmlich vom Schlamm überrollt worden.

Außerdem gab es kleine Hotels, Häuser, Ansiedlungen, die überrollt wurden. Auch Menschen, die auf der Straße waren, wurden überrollt. Es war eine vernichtende Welle. Innerhalb weniger Sekunden wurden 272 Menschenleben ausgelöscht.

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