Dickicht des Schweigens – wie unterdrückte Emotionen krank machen können


Längst weiss man, dass psychische Stressfaktoren die Entstehung eines Herzinfarkts begünstigen können. Von einem besonders dramatischen Fall berichtet unsere Kolumnistin.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Selten hinterlassen wissenschaftliche Erkenntnisse bei mir einen solchen Nachhall wie das folgende, auf den ersten Blick wenig spektakuläre Resultat einer kleinen Studie: Frauen, die ihre negativen Emotionen beständig unterdrücken, weisen demnach auffallend oft schwere atherosklerotische Ablagerungen in der Halsschlagader – ein Nährboden für Schlaganfälle – auf.

Es gibt viele Gründe für emotionalen Stress – die Folgen davon können auch körperliche Beschwerden sein. (Bild: Imago)

Diese Beobachtung, die erst auf einem Kongress vorgetragen wurde, rief bei mir die Erinnerung an ein tragisches Schicksal wach. Eine entfernte Bekannte, Mutter von drei Mädchen im Teenager-Alter, war eines Morgens nicht zum Frühstück erschienen. Da dies ungewöhnlich für die Fünfzigjährige war, wurde die Familie unruhig – zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Zu jenem Zeitpunkt lag die Vermisste bereits leblos in ihren Kissen. Ihr waren, das zeigte eine spätere Obduktion, ausgeprägte atherosklerotische Plaques in der Halsschlagader zum Verhängnis geworden.

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