Jerusalem: Pontius Pilatus baute Pilgerstraße


„Bösewicht“ wird Bauherr: Eine der prachtvollsten Straßen des alten Jerusalem wurde wahrscheinlich unter Pontius Pilatus erbaut – dem aus der Bibel berüchtigten römischen Statthalter. Aktuelle Münzfunde belegen, dass die Pilgerstraße vom Tempelberg zum Teich von Siloah während seiner Amtszeit konstruiert wurde. Ausgerechnet der übel beleumdete Präfekt könnte damit einen für die Juden und ihre Religion besonders wichtigen Bau erschaffen haben.

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Die Stadt Jerusalem hat eine bewegte Geschichte und mehrfache Eroberungen hinter sich – von den Babyloniern über die Römer bis zu den Kreuzfahrern und Arabern. Zu den berühmtesten Zeugnissen ihrer Vergangenheit gehören jedoch der Tempelberg und die Ruinen der „Stadt Davids„, der Stadt, über die der biblische König David vor rund 3.000 Jahren geherrscht haben soll.

Modell des alten Jerusalem. Im schattigen Bereich links liegt die durch Stufen unterbrochene Pilgerstraße. Bauherr dieser Straße war wahrscheinlich Pontius Pilatus, wie nun Münzfunde nahelegen. © Linda Johnsonbaugh/ iStock

Quer durch die Davidstadt führte in der Antike eine gewaltige Prachtstraße – ein knapp acht Meter breiter, aufwändig gepflasterter Treppenweg, der von erhöhten und durch Steinmetzarbeiten verzierten Bordsteinen gesäumt war. Dieser Weg führte von der Südmauer des Tempels hinunter bis zum Teich von Siloah – einem weiteren wichtigen Heiligtum der Juden.

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