Welcher Stern ist der fernste bekannte?


Unendliche Weiten im Blick – Astronomen nehmen Himmelskörper ins Visier, die unvorstellbar weit von uns entfernt liegen. Doch welcher Stern ist dabei der Rekordhalter? Normalerweise können Astronomen einzelne Sterne nur bis in rund 100 Millionen Lichtjahre Entfernung sehen – mehr schaffen selbst die besten Teleskope nicht. Doch dank eines kosmischen Glücksfalls gelang noch ein tieferer Blick: Beim bisher fernsten je gesichteten Stern handelt sich um einen Blauen Überriesen, der neun Milliarden Lichtjahre von uns entfernt liegt. Möglich wurde die Sichtung, weil ein Galaxienhaufen im Vordergrund das Licht dieses Sterns stark verstärkte.

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Im Universum existieren Milliarden von Sternen, doch sichtbar für die Astronomie sind normalerweise nur diejenigen in unserer kosmischen Nachbarschaft. Ab einer Entfernung von rund 100 Millionen Lichtjahren ist ihr Licht zu schwach, um selbst von den leistungsstärksten Teleskopen einzeln aufgelöst zu werden.

In dieser Hubble-Aufnahme ist der ferne Stern als Lichtpunkt zu sehen. (Foto: NASA, ESA, and P. Kelly (University of Minnesota))

Manchmal jedoch kommt den Astronomen ein glücklicher Zufall zu Hilfe: Eine massereiche Galaxie oder ein Galaxienhaufen schiebt sich vor eine ferne Lichtquelle. Die enorme Schwerkraft des Vordergrundobjekts verzerrt und vergrößert dann das Licht der fernen Objekte und wirkt so wie eine Vergrößerungslinse. Dieser Gravitationslinseneffekt macht so Galaxien, Supernovae und andere helle Lichtquellen sichtbar, die extrem weit entfernt und damit sehr alt sind.

Neun Milliarden Lichtjahre weit entfernt

Die Astronomen um Patrick Kelly von der University of Minnesota haben dank einer solchen Gravitationslinse den Rekord-Fund gemacht. Als sie das Weltraumteleskop Hubble auf den fünf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen MACS J1149+2223 richteten, wollten sie eigentlich nur eine ferne Supernova genauer betrachten.

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