Mutmaßliche Sektenanführerin wegen Mordes vor Gericht


  • In Hanau steht die Anführerin einer Sekte wegen Mordes vor Gericht.
  • Sie soll vor mehr als 30 Jahren einen Jungen in einem Leinensack eingesperrt haben. Das Kind kam zu Tode.

Süddeutsche Zeitung

Mehr als 30 Jahre nach dem qualvollen Tod eines kleinen Jungen in einer Hanauer Sekte kommt der rätselhafte Fall vor Gericht. Am Dienstag hat am Landgericht Hanau der Mordprozess gegen eine nun 72-jährige Deutsche, die als Anführerin der Gruppe gilt, begonnen. Sylvia D. soll den damals vierjährigen Jan H., der in ihrer Obhut gestanden haben soll, am 17. August 1988 in einen Leinensack eingeschnürt, im Badezimmer abgelegt und ihn trotz panischer Schreie seinem Schicksal überlassen haben. Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hat den Mordvorwurf stets bestritten.

Wie genau Jan H. ums Leben kam, ist nicht geklärt. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau zufolge hat es damals keine Obduktion des Leichnams gegeben. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass H. nach „einem erbitterten Todeskampf“ an seinem eigenen Erbrochenen erstickt ist. Der Junge war wie seine Eltern Teil der Sekte.

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