Säkulare Geflüchtete werden vergessen


Wenn Menschen aufgrund ihrer persönlichen Einstellung zu Religion und Glauben verfolgt werden, ist es egal, ob es sich um Christen, Juden oder Säkulare handelt. Die Politik muss dringend verlässliche gesetzliche Grundlagen schaffen, um auch Nicht-Gläubige vor Verfolgung zu schützen, fordert Katja Labidi vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR anlässlich der heutigen Pressekonferenz des Hilfswerks für verfolgte Christen.

HVD Berlin-Brandenburg | hpd.de

„Unter den Geflüchteten befinden sich viele, die ihre Heimat verlassen haben, weil sie dort aufgrund ihrer religionskritischen, säkularen Einstellungen verfolgt und bedroht werden. Diese Menschen werden von Politik und Medien oft vergessen, weil sie in keine eindeutige Kategorie fallen. Sie vereinen meist verschiedene Fluchtmerkmale. Insbesondere queere Lebensweisen sowie politisches oder religionskritisches Engagement fallen bei den Menschen, die sich an uns wenden, oft zusammen. Insbesondere in stark religiös geprägten Gesellschaften führt jedes einzelne dieser Fluchtmerkmale zu einer besonderen Gefährdung für die Betroffenen im Alltag. Eine Ablehnung ihrer Asylanträge und die Abschiebung in ihre Herkunftsländer ist eine Gefahr für Leib und Leben dieser Menschen“, erklärt Katja Labidi vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR.

Völkerrechtlich wird nur als Flüchtling anerkannt, der sein Land aus „Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, seiner Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung“ verlassen hat (Art. 1 der Flüchtlingskonvention). Während also die Bedrohung aufgrund einer anderen religiösen Einstellung als Fluchtgrund anerkannt wird, werden Religionsfreie und Säkulare von UN-Flüchtlingskonvention nicht erfasst, weil sie keine Religion vorweisen können, wegen der sie verfolgt werden.

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