TV-Doku über Gülen-Bewegung: Türkisches Trugbild


Eine Arte-Dokumentation blickt hinter die Kulissen der Gülen-Bewegung. Das Bild von den „freundlichen Islamisten“ hält dem nicht stand.

Manfred Riepe | DER TAGESSPIEGEL

Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan steht fest: hinter dem Putschversuch im Jahr 2016 steckt die Gülen-Bewegung. Ist diese Behauptung zutreffend? Für was steht eigentlich die multinationale Vereinigung, die sich für Bildung und Leistung einsetzt? Eine Arte-Dokumentation im Rahmen eines Thementages zur Türkei blickt hinter die Kulissen jener „freundlichen Islamisten“, deren Anhänger in der Türkei zu Hunderttausenden verfolgt werden.

Gemeinsam mit dem TV-Journalisten Halil Gülbeyaz schlägt der Grimme-Preisträger Osman Okkan einen Bogen zurück bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Weltweit jubelten Muslime euphorisch angesichts der Bilder der brennenden Türme. Seinerzeit geriet der Islam als Hass-Religion in den Fokus. Fethullah Gülen konnte sich in dieser Phase medienwirksam absetzen. Sogar der damalige US-Präsident Bill Clinton lobte den gemäßigten türkischen Imam für seinen „interreligiösen Dialog“.

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