‚EMMA’s Islamfeindlichkeit ist genauso ekelhaft wie Kollegahs Sexismus


Das feministische Magazin verleiht dem Rapper den Titel „Sexist Man Alive“ – aber nur, um dabei gegen Muslime zu hetzen.

Paul Schwenn | VICE

In Kollegahs Texten Sexismus zu identifizieren, ist einfacher, als einen Elfmeter ohne Torwart zu schießen. Es ist, wie einem Torwart dabei zuzusehen, wie er sich 90 Minuten die Bälle ins eigene Netz wirft und dazu breit grinst. Die Redaktion der EMMA hat es trotzdem vermasselt.

Zum ersten Mal kürt das feministische Magazin in diesem Jahr den „Sexist Man Alive“. Und tatsächlich gibt es wenige Personen, die härter für diese Auszeichnung gearbeitet hätten. Deren Verdienste für den deutschsprachigen Sexismus so bedeutungsvoll sind. Doch anstatt sich auf Kollegahs Alben, Videos und Interviews zu stürzen, beleidigt die EMMA in ihrer Laudatio nicht Kollegah – sondern alle Muslime. Die Autorinnen offenbaren ein Islam-Verständnis, das so veraltet ist, wie eine EMMA-Redaktion, die „Punchlines“ als „steile Lines“ bezeichnet.

In der Urteilsbegründung heißt es: „So mancher meint, das mit dem Antisemitismus wäre ein Ausrutscher. Von wegen, Alter! Das hat System. Denn nach deiner katholischen Kindheit im Hunsrück bist du mit 15 zum Islam konvertiert. Wie das? Dein neuer Stiefvater ist Algerier ‚und da lag der Koran bei uns zuhaus rum‘. Folge: Erleuchtung!“

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