Europäische Rechtspopulisten verstehen die Komplexität Kaschmirs am besten – das sagt zumindest die indische Regierung


Ausländische Journalisten sind im indischen Teil Kaschmirs ebenso unerwünscht wie ein amerikanischer Senator. Eine Delegation europäischer Rechtspopulisten empfängt die indische Regierung hingegen mit offenen Armen.

Marco Kauffmann | Neue Zürcher Zeitung

Rahul Gandhi, Abkömmling der bekanntesten Politikerdynastie Indiens, schaffte es nur bis zum Flughafen. Eine Stunde nach der Landung im indischen Teil Kaschmirs wurden Gandhi und andere Oppositionspolitiker Ende August in den nächsten Flieger komplimentiert. Die Parlamentarier aus Delhi wollten sich eigentlich einen Eindruck von der Lage in dem Gliedstaat verschaffen, der am 5. August ihren Autonomiestatus verloren hatte. Aus Angst vor Protesten in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Unruheregion nahmen die indischen Sicherheitskräfte Tausende in Gewahrsam. Internet und Telefonnetze wurden abgestellt.

Obwohl die Hindu-nationalistische Regierung von Narendra Modi seit einigen Wochen verbreitet, in Kaschmir sei Normalität eingekehrt, bleibt der Zutritt höchst restriktiv. Ausländische Journalisten erhalten keine Besuchserlaubnis für das Gebiet, das Indiens Tourismusleute wegen der landschaftlichen Vorzüge als Paradies auf Erden vermarkten. Ein Reiseantrag des amerikanischen Senators Chris Van Hollen beantwortete die indische Regierung ebenfalls abschlägig.

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