Lucke hält Vorlesung im dritten Anlauf


Verängstigte Studenten, Zäune und noch mehr Polizei: Unter besonderen Vorkehrungen hält der umstrittene Professor und AfD-Mitgründer Bernd Lucke seine Wirtschaftsvorlesung in Hamburg.

Matthias Wyssuwa | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im dritten Anlauf hat Bernd Lucke es geschafft: Am Mittwoch konnte er weitgehend frei von Protesten, Geschrei und Widerspruch seine Vorlesung „Makroökonomik II“ auf dem Campus der Hamburger Universität halten. Der Vorlesungssaal wurde gesichert durch Zäune und Dutzende Polizisten.

Da unklar war, ob es Lucke dieses Mal gelingen würde, die Veranstaltung ohne Störungen über die Bühne zu bringen, hatte er die Vorlesung kurz zuvor schon einmal gehalten und aufzeichnen lassen, und zwar in einem kleinen Vorlesungssaal. Vor dessen abgeschlossenen Türen wusste kaum jemand, was drinnen gerade passierte. Zwei Männer, ganz in schwarz gekleidet, bewachten den Eingang. Einer von ihnen sagte, dass dort „Bauarbeiten“ stattfänden. Aber das war gelogen.

Wäre Lucke wieder von seiner Vorlesung abgehalten worden, hätte er seinen Studenten die Aufzeichnung geschickt. Die Universität teilte auf Nachfrage mit, das sei auch „ein Angebot (…) an die teils verängstigten Studierenden, um ihnen ein Lernen unter unbehelligten Bedingungen und ohne die große mediale Aufmerksamkeit zu ermöglichen“.

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