Apostel Wilmer: Schuld an Missbrauch nicht vergemeinschaften


Für die Diskussion um die Schuld der Kirche im Skandal um sexuellen Missbrauch wirbt der Hildesheimer Bischof Wilmer um eine differenzierte Betrachtung. Die Schuld könne bei Einzelnen als auch bei der Institution Kirche liegen.

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„Natürlich kann man die Schuld des Missbrauchsskandals nicht vergemeinschaften“, sagte Bischof Heiner Wilmer der Zeitung „Die Tagespost“ am Donnerstag. Es seien immer Einzelne, die Missbrauch begehen. „Doch die Frage ist: In welchem Rahmen ist das geschehen? Und wie hat die Institution reagiert?“

Selbstbild einer „perfekten Gesellschaft“ geprägt

Das sei „sehr komplex“ und dürfe auch nicht vereinfacht werden, betonte Wilmer. „Es ist falsch zu sagen: Es liegt nur am System. Genauso falsch ist es zu sagen: Es waren nur Einzelne, das System hat nichts damit zu tun.“.

Der Bischof führte aus, über einen langen Zeitraum habe die Kirche das Selbstbild einer „perfekten Gesellschaft“ gepflegt, der „societas perfecta“. Und natürlich „sind wir als Kirche auch heilig von Gott her; aber wir sind ja auch zerbrechlich und versündigen uns auch“. Sowohl als Einzelne wie auch als Institution könnten Kirche und Christen schuldig werden. „Sonst wäre die Kirche ja nur abstrakt“, argumentierte Wilmer.

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