Masern löschen das Immungedächtnis


Fatale Nachwirkung: Nach einer Maserninfektion ist die Immunabwehr über Monate drastisch geschwächt – gegenüber allen Erregern. Der Grund: Die Masernviren dezimieren die Gedächtniszellen der Immunabwehr und löschen damit das Immungedächtnis, wie zwei Forschergruppen im Fachmagazin „Science berichten. Erreger werden dadurch nicht mehr erkannt und selbst der Immunschutz früherer Impfungen wird teilweise aufgehoben.

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Aufnahme eines Masernvirus. Dieser Erreger kann die Immunabwwehr nachhaltig schwächen – indem er ihr Gedächtnis löscht. © CDC

Die Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit: Immerhin 100.000 Menschen weltweit sterben laut WHO jedes Jahr an dieser hochansteckenden Virusinfektion. Zudem können schwere Verläufe zu einer Gehirnentzündung führen, bei der geistige Behinderungen zurückbleiben. Zwar gibt es längst eine wirksame Impfung gegen die Masern, doch gerade in den Industrieländern wächst die Impfmüdigkeit – mit fatalen Folgen. Allein in Europa gab es dadurch im ersten Halbjahr 2018 mehr als 40.000 Masernfälle und auch in Deutschland nehmen die Masernfälle zu.

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