«Dann geht in Gottes Namen unter»


Der deutsche Ökonomie-Professor Niko Paech ruft die Menschen dazu auf, ihr Leben radikal zu verändern und sich vom Wirtschaftswachstum zu verabschieden. Es gehe um nichts weniger als um das Überleben der Menschheit. Dafür ist Paech auch bereit, sich zum Clown zu machen. Ein Artikel aus dem NZZ Folio.

Benedict Neff | Neue Zürcher Zeitung

In einer Welt, wie sie sich Niko Paech vorstellt, würden alle nur noch zwanzig Stunden pro Woche arbeiten und 75 Prozent der Flughäfen wären geschlossen. Die Gesellschaft würde sich auf Kontingente verständigen: Diplomaten, Journalisten, Merkel und der Papst würden weiterfliegen. Die meisten anderen Bürger eher nicht, oder nur noch selten. 50 Prozent der Autobahnen würden ebenfalls geschlossen, denn sie sind laut Paech «Lebensadern der Zerstörung».

Die Menschen besitzen weniger Dinge, und teilen mit ihren Nachbarn: Rasenmäher, Waschmaschinen, vielleicht auch ein Auto. Weil sie deutlich weniger arbeiten, haben sie Zeit zum Gärtnern, Kochen und Flicken. Häuser werden kaum mehr gebaut, sondern restauriert. Smartphones und Computer nicht weggeworfen, sondern repariert. Die Menschen in der Welt von Niko Paech versorgen sich zu einem guten Teil selbst. Ihre alltäglichen Hilfen sind mechanische Nähmaschinen, einfache Angelruten und Fahrräder. Auf den Strassen tauchen wieder vermehrt Pferdewagen auf. «Energiesklaven» wie Rolltreppen und elektrische Zahnbürsten haben ausgedient.

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