Ötzis letzter Gewaltmarsch war länger und härter als bisher gedacht


Moose und Flechten verraten neue Details über die letzten 24 Stunden des Tiroler Eismanns.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

Noch abenteuerlicher und anstrengender als bisher angenommen verlief Ötzis Flucht im Gebirge, die vor gut 5000 Jahren auf über 3000 Metern Höhe mit seinem gewaltsamen Tod endete – das haben Wissenschafter jetzt durch eine Untersuchung von Moosen und Flechten aus dem Körper des «Eismannes» herausgefunden. Der Jäger und Gejagte, dessen im Eis mumifizierte Leiche vor fast 30 Jahren in den Alpen gefunden wurde, befand sich in den letzten rund 24 bis 48 Stunden seines Lebens zuerst auf 2500 Metern Höhe an unbekanntem Ort, stieg dann auf 600 bis 800 Meter ab, bis auf den Talboden des Vinschgaus, um anschliessend durch die Schnalstal-Schlucht in Richtung Hauslabjoch aufzusteigen.

Auf 3210 Meter Höhe wurde Ötzi schliesslich von seinen Verfolgern mit einem Pfeil zur Strecke gebracht und starb durch Verbluten. 5200 bis 5300 Jahre lag Ötzi in seiner Eiskuhle, bis er 1991 freitaute und gefunden wurde.

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