USA: „Wir behalten das syrische Öl“


Rätselraten über die Gründe einer aufwendigen, undurchsichtigen und wenig erfolgsversprechenden Militäraktion

Thomas Pany | TELEPOLIS

Um die Grenzen sollen sich andere kümmern, „wir behalten das Öl“, sagte US-Präsident Trump Ende Oktober, „ich mag Öl“. Zwar würden US-Truppen aus Syrien abgezogen, aber es würden auch amerikanische Soldaten bleiben, um das syrische Öl zu sichern.

Seither fragen sich Experten, wie die USA dies in dem schwierigen Terrain bewerkstelligen wollen und wozu. Offenkundig ist, dass die Besetzung von Ölfeldern in einem fremden Staat völkerrechtswidrig ist und dass die USA damit der syrischen Regierung den Zugang zu wertvollen Ressourcen versperrt. Die Bevölkerung leidet ohnehin stark unter den US-Sanktionen, die den Ölnachschub betreffen, und der nächste Winter steht vor der Tür.

Man will der Regierung in Damaskus das Leben so schwer wie möglich machen. Dies bleibt eine Konstante der Syrien-Politik der USA. Eine Konstante der US-Politik im Nahen Osten ist die Sicherung von Ölquellen. Aber lohnt sich der Aufwand für die syrischen Ölfelder?

Machtdemonstration und Logistik

Auch die jüngsten, in einen rätselhaften Kontext gestellte Bewegungen amerikanischer Militärkonvois haben ein provokantes Element. So sollen „Dutzende amerikanische Militärfahrzeuge und leerer Trucks“ entlang der M4-Schnellstraße gefahren sein. Bekannt ist, dass der syrischen Regierung sehr viel daran liegt, dass sie diese Magistrale wie auch die M5 wieder unter ihre Kontrolle bringt. Wenn nun dort US-Militärkonvois fahren, so ist das auch eine Machtdemonstration.

Berichtet wird, dass die US-Militärs in ihrer ehemaligen Militärbasis nahe Kobane und dem dazugehörigen Sarrin-Flugfeld „verbliebenes Equipment“ abgeholt haben (nach Informationen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu bauen die US-Militärs ihre Basen dort wieder neu auf). Darüber hinaus sollen die USA „mehrere Militärpatrouillen“ in der Nähe von Qamishli durchgeführt haben, obwohl dort in unmittelbarer Nähe russische und syrische Kräfte präsent sind.

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